In „Schule und Nation“, der Zeitschrift des Schwelmer Kreises, Heft 1/1972, fand ich diesen Aufsatz von Hans Jochen Gamm zur Friedenserziehung. In Bezug auf die fortgesetzte Unterstützung der USA in ihrem Vietnam-Krieg schrieb er damals:

In dieser Unterlassung ware auch ein Trauma unserer faschistischen Vergangenheit zu erkennen:Wegen eigener früherer Verbrechen werden jetzige Verbrechen toleriert. Der Schatten der Komplizenschaft mit den USA gegenüber Volkern der dritten Welt ist erst aufzulösen, wenn die politische Weisheit akzeptiert ist, daß das vornehmste Recht eines Freundes darin besteht, dem anderen die unbequemsten und hartesten Wahrheiten zuzumuten und ihn damit zu zwingen, sein Verhalten zu andern.Die Rolle der politischen Musterschülerschaft dagegen ist friedensbedrohend.

Bemerkenswert ist auch, wie Gamm die Friedensfrage damit verknüft, dass die Gerwalt, die in der Demokratie vom Volke ausgehen soll, von diesem Voplk auch wieder rückholbar sein muss. Und dass das Grundübel der Friedlosigkeit die Klassenspaltung ist.

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Ein Gedanke zu “Hans-Jochen Gamm: Friedenserziehung in der spätbürgerlichen Gesellschaft”

  • Das Grundübel der Friedlosigkeit ist – wenn man die aktuelle Friedensforschung verfolgt – höchstwahrscheinlich eine Kultur der Gewalt bereits innerhalb jener Staaten, die Kriege beginnen. Siehe dazu die „Culture of Violence Scale 2023“.

    MfG Ingeborg

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