Krisenbuch Schule 

Bitte um Mitarbeit

Beiträge von Lehrkräften u.a. Schulbeschäftigten,
aber auch von Schüler*innen und Eltern sind gefragt

Mit dem Krisenbuch Schule will die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Stimmen von Menschen hörbar und Erfahrungen erlebbar machen, die an Schulen beschäftigt sind bzw. mit ihnen zu tun haben:  Lehrkräfte, Erzieher*innen im Ganztag, Schulsozialarbeiter*innen, Schulleitungen, Schüler*innen und Eltern. Sie sollen von ihrem ganz persönlichen, häufig sehr herausfordernden Alltag berichten, davon, wie sie den Mangel an Lehrkräften und Erzieher*innen erleben.

Die Subjektivität der Berichte ist dabei gewollt: die O-Töne machen die Herausforderungen, Erfahrungen von Überforderung und Unsicherheit plastisch und erfahrbar. Deutschlands Schulmisere wird damit auf eine unmittelbare Art sichtbar.

Zum Gelingen dieses Vorhabens möchten wir von Lehrkräften u.a. Schulbeschäftigten, aber auch von Schüler*innen und Eltern wissen, wie sich Ihr Schulalltag darstellt, vor welchen Herausforderungen Sie stehen, welche Erfahrungen und Erlebnisse Sie gemacht haben. Die Statements werden anonym und unverändert, ggf. gekürzt im Krisenbuch veröffentlicht.

Ziel des Krisenbuchs Schule ist es, den Druck auf (Bildungs)Politik in Bund, Ländern und Kommunen zu erhöhen, das marode Bildungssystem in Deutschland zu verändern, mit ausreichendem Personal und Finanzen auszustatten und es Kindern und Jugendlichen besser zu ermöglichen, durch eine gute Bildung die Voraussetzungen für demokratische und gesellschaftliche Teilhabe zu erwerben. Und es soll durch Offenlegung der Missstände an Schulen ermutigen, sich zu vernetzen, sich gegen Zumutungen zur Wehr zu setzen.

Das Krisenbuch Schule stellt das Pendant des gerade veröffentlichten Kita-Krisenbuchs dar.

Gerahmt werden Statements durch eine allgemeine Einleitung, die den Bildungsnotstand nochmal in seinen wesentlichen Dimensionen (Unterfinanzierung, unzureichende Kompetenzvermittlung, herkunftsbezogene Ungleichheiten) beschreibt und die aktuellen Konsequenzen aufzeigt, sowie durch abschließende bildungspolitische Forderungen und Vorschläge, wie Abhilfe beim Bildungsnotstand geschaffen werden kann.

Bitte schicken Sie Ihre Statements bis zum 31.5.2025 (ca. 3.000 Zeichen)
an folgende Emailadresse:
krisenbuch-schule@rosalux.org

Vielen Dank für Ihre Mitwirkung! Das Krisenbuch Schule wird voraussichtlich im IV. Quartal erscheinen und dann auch auf der Website der RLS abrufbar sein.

Berlin, März 2025

Dr. Katrin Schäfgen, Referentin für Bildungspolitik

Ein Gedanke zu „Bitte um Mitarbeit beim „Krisenbuch Schule“ – Beiträge von Lehrkräften u.a. Schulbeschäftigten, aber auch von Schüler*innen und Eltern sind gefragt“

  • krisenbuch Schule:
    Als Mutter zweier Teenager, als EV an einem Berliner Gymnasium und als Mitglied in der LEV der Berliner Musikschulen delegiert als EV von der MS Leo Kestenberg in TS, möchte ich hinzufügen, daß unsere Kinder immer noch mit den Folgen der Lockdown-Maßnahmen zu tun haben, ob gesundheitlich (Sucht/Depression/Eßstörungen/Überdigitalisierung, s. auch den interministerieller Arbeitsgruppenbericht von 2022). Sie leiden unter den Folgen der sozialen Ausgrenzung und oft vehementen Beschuldigung Corona als Todesurteil in der Bevölkjerung verbreitet zu haben, unter dem Mobbing und der Ausgrenzung, wenn sie nicht geimpft waren. Sie haben schulische Lerndefizite, auf die von Senatsseite Oberhaupt keine Rücksicht genommen wird. statt die Schulzeit zu verlängern, um die Defizite altersgerecht aufzuholen, müssen sie alles alleine „können“ bei einem verschärften Fokus auf die sog. Hauptfächer. Fächer, die auch der Seele guttun, wie Musik sind im Land Berlin seit Mai 24 um 50% gekürzt, und die Musikschulen drohen ihren Bestand an Musikschullehrern zu verlieren durch die jüngsten Sparmaßnahmen und die Unfähigkeit, die 80% als Honorarkräfte arbeitenden Musikschullehrer fest anzustellen. dabei brauchen unsere Kinder Musikunterricht genauso wie Sport oder andere Hobbies als Breitenbildung, nicht als Elite aus Bildung. die Wartelisten für Musikschulunterricht sind in den Bezirken im 4stelligen Bereich! Sport ist nur noch möglich, wenn die Kinder Turniere mitmachen und 2xwöchentlich trainieren. Bei dem Berliner Schulbetrieb ist das kaum zu leisten, weshalb viele Kinder auf Sport als Hobby verzichten müssen. Warum werden die finanziellen Mißstände, die seit Beginn des Dauersparkurses in Sachen Bildung im Jahr 1994 (ich war damals Studentin im FB Altertumswissenschaft der FU Berlin) im Land Berlin nicht abreißen, immer auf dem Rücken und Zulasten der Heranwachsenden ausgetragen? Im Jahr 2001 hatte z.B. in Zehlendorf keine einzige staatliche.Grundschule mehr einen Direktor, und es wurden kurz darauf keine Referendare in Berlin mehr ausgebildet, was einen Exodus an fertig studierten LehrerInnen (also der Jahrgang meiner KommilitonInnen) bewirkte. Wie kann ein Staat, eine Demokratie funktionieren, wenn man die Heranwachsenden, die obendrein auch unsere Schutzbefohlenen sind, so behandelt? Schon Anfang 2000er mußten Eltern von Gymnasiasten und Grundschülern Farbe organisieren und selber streichen, damit die Kinder nicht im Dreck sitzen müssen. Jetzt müssen die Fünf- und Sechsklässler Höchstleistung bringen mit allen Folgen eines unentspannten Elternhauses, um noch einen Schulplatz an einer „guten“ Schule zu ergattern (also, wo es noch charismatisches Lehrpersonal, genug Stühle, Räume, eine funktionstüchtige Turnhalle und noch ein paar AG’s) gibt, egal ob Gymnasium oder ISS.
    Wer genug Geld hat, sucht sich eine Privatschule, um dem Druck auszuweichen, oder macht diesen Tanz auf dem Vulkan mit, um der Demokratie willen. Und wer das nicht leisten kann, kann selbst zusehen, wo er bleibt. Ist das die Gesellschaft, für die unsere Groß- und Urgroßeltern gekämpft haben gegen Diktatur, Monarchie und Kriegsherrn aller Art?
    Bitte nein.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Patricia Roncoroni

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