Was – die Medizin hat nicht geholfen? Na, dann nehmen Sie doch einfach noch mehr davon! Eine solche Konsequenz aus einer wirkungslosen Verordnung wäre zumindest gewagt. Aber genau so verfahren die Bildungsministerin Karlicek und andere Bildungspolitikerinnen, die nun folgern: Wir brauchen mehr Standards, noch mehr Vergleichbarkeit. Naheliegender wäre es doch, die bisherige Therapie grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen.

20 Jahre nach dem ersten PISA-Test, nach zahllosen anderen Qualitätsmessungen und -vergleichen, nach der Verordnung von Qualitätsstandards und Kompetenzrastern, nachdem zig Millionen in die Bildungsforschung dieser Art gesteckt wurden, stellt man fest: Die Schulleistungen sind nicht besser geworden. Im Gegenteil, der Graben zwischen „High-Performern“ und Schülerinnen ohne basale Fähigkeiten in den Kulturtechniken isdt größer geworden, und er verläuft mehr noch als bisher entlang der sich verfestigenden sozialen Grenzen.

Während allerorten die Inklusion beschworen wird, also ein Schulsystem, in dem Unterschiede nicht als Hemmnis, sondern als Gewinn wahrgenommen werden sollten, wird nun ausgerechnet die zunehmende Heterogenität der Schülerinnenschaft als Ursache für den Leistungsabfall ausgemacht.

Höchste Zeit also, sich vom PISA-Denken zu verabschieden.

Siehe dazu den Beitrag von Klaus Bullan im „Sozialismus“https://www.sozialismus.de/kommentare_analysen/detail/artikel/eine-schande-fuer-politiker-und-das-schulsystem/

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