GESPRÄCHSKREIS BILDUNGSPOLITIK

Kategorie: Corona

  • Kassel Corona School: Lehramts-Studierende helfen beim Home-Schooling

    Pressemitteilung

    Dieses Angebot dürfte viele Eltern interessieren: Lehramts-Studierende der Universität Kassel wollen künftig kostenlose Unterstützung für Schülerinnen und Schüler vieler Schulen anbieten, die Hilfe beim Home-Schooling benötigen. 

    Das Angebot gilt für alle Schulen, die Praktikanten der Universität haben. Das sind viele Schulen in Kassel und Umgebung, aber auch einige in Homberg/Efze, Witzenhausen, Eschwege oder Bad Hersfeld. Organisiert wird diese Unterstützung vom Referat für Schulpraktische Studien der Uni – dessen Geschäftsführerin Dr. Catrin Siedenbiedel erläutert die Hintergründe: „Unter normalen Bedingungen absolvieren alle Lehramtsstudierenden mehrere Praktika, die momentan jedoch leider nicht regulär stattfinden können. Während der Suche nach einer Alternative entstand diese Idee, die für alle Seiten von Nutzen ist.“

    Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Aufbauphase. Dr. Siedenbiedel: „Wir suchen sowohl Studierende als auch Schüler, die an dem Angebot interessiert sind. Für beide haben wir einfache Online-Formulare auf unserer Homepage hinterlegt, sodass wir unkompliziert den Kontakt vermitteln können.“

    Copyright: Uni Kassel

    Schülerinnen und Schüler sollen durch diese Lehr-Lern-Settings Hilfe dabei erhalten, versäumte Inhalte aufzuarbeiten und Studierende bekommen die Möglichkeit, mit Lernenden in Kontakt zu treten und sie online zu unterrichten. Für Studierende ist die Teilnahme an dem Projekt zudem eine Möglichkeit, sich benötigte Praktikumszeiten anerkennen zu lassen. Die Unterrichtssequenzen werden dabei zusammen mit pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprochen und ausgewertet.

    Denkbar sind dabei sowohl 1:1-Betreuungssituationen als auch der Unterricht in Kleingruppen, beispielsweise per Videokonferenz. „Wir lassen den Teilnehmern hier bewusst einen großen Spielraum, um die für sie am besten geeignete Möglichkeit zu finden“, schildert Dr. Siedenbiedel.  

    Sie hofft darauf, dass viele Eltern und viele Studentinnen und Studenten an dem Projekt teilnehmen. „Wir haben extra zwei studentische Hilfskräfte abgestellt, Samuel Seip und Julia Schätzlein, die uns dabei helfen sollen, Studierende und Schüler mit passenden Fächer-Wünschen in Kontakt zu bringen.“

    Das Angebot ist komplett kostenlos und steht sowohl Einzelpersonen als auch Schulen offen. Die Kontaktformulare für Eltern und Schüler finden sich auf der Homepage der Universität Kassel unter https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/zlb/schulpraktische-studien/praktika/hilfe-fuer-homeschooling.html

    Wer Fragen zu dem Angebot hat, kann sich auch direkt an das Referat für Schulpraktische Studien wenden, unter der E-Mail-Adresse refsps.homeschooling@uni-kassel.de

  • GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann zur Bildungsungerechtigkeit angesichts Corona

    „Schulische Abseitsfalle“

     

    „Es ist auch Aufgabe der GEW, den Finger in die Wunde zu legen und den Gedanken, dass es auf einem Schiff in Pandemie-Seenot nichts Wichtigeres gibt als Zensuren und Prüfungen, als das zu entlarven, was er ist: völlig absurd!“ – kritisiert Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule die aktuellen Überlegungen, wie das Schulleben wieder in Gang gebracht werden kann- nämlich unter dem Primat, Prüfungen vorzubereiten und Lehrpläne zu erfüllen – anstatt die Krise zu nutzen, um neue Formen des Lehrens und Lernens zu priorisieren.

    Sehr lesenswerter Artikel in der GEW-Zeitschrift „Erziehung und Wissenschaft“ 5/20

  • Ökonomisierung schulischer Bildung. Analysen und Alternativen – Tim Engartners Studie steht im Netz

    ÖKONOMISIERUNG SCHULISCHER BILDUNG. ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

    Ökonomisierung schulischer Bildung

    Hier als PDF runterladen

    Dass Schüler*innen und Lehrer*innen sich nur dann verlässlich digital vernetzen können, wenn sich ein Förderverein, ein Landrat oder eine Schulsenatorin für eine zeitgemäße IT-Infrastruktur eingesetzt haben, wirft dunkle Schatten auf die „Bildungsrepublik Deutschland“. Wenn aber nun Bildungspolitiker*innen gleich welcher Couleur in eine öffentlichkeitswirksam begleitete Digitalisierungseuphorie verfallen, indem sie uns glauben machen wollen, mit dem 5,5 Milliarden Euro schweren „DigitalPakt Schule“ sei der Weg aus der Bildungsmisere gefunden, irren sie. Wollen wir wieder zum Land der Dichter und Denker werden, gilt es zahlreiche weitere schulpolitische Aspekte zu bedenken.

    Welche das sind, zeigt die vorgelegte Studie von Tim Engartner, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie Direktor der dortigen Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung, mit einem Blick auf Tendenzen der Ökonomisierung im deutschen Schulwesen. Anhand der Aktivitäten von Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft als den „Big Five“ weist er nach, dass die Digitalkonzerne mit noch größerem Nachdruck in die Schulen drängen, um ihre Produkte zu vermarkten. „Die Digitalisierung der Schulen ist bislang eher von ökonomischen Interessen als von pädagogischen Konzepten geprägt, weshalb abzuwarten bleibt, ob der milliardenschwere ,DigitalPakt Schule‘ Lehrenden und Lernenden das Lehren und Lernen wirklich erleichtern wird.“ Bislang drohe die Digitalisierung der Bildungswelten mangels rechtlicher Rahmensetzungen durch die Schul-, Bildungs- und Kultusministerien zum Einfallstor für Unternehmensinteressen zu werden. Es wird aufgezeigt, dass die Digitalisierung der Schulen bislang eher von ökonomischen Interessen als von pädagogischen Konzepten geprägt ist, weshalb abzuwarten bleibt, ob das milliardenschwere Programm Lehrenden und Lernenden das Lehren und Lernen wirklich erleichtern wird.

    Nahezu unbemerkt von der medialen Öffentlichkeit wartet inzwischen eine Vielzahl unternehmensnaher Stiftungen mit für die Teilnehmenden in der Regel kostenlosen, meist mehrtägigen Lehrerfort- und -weiterbildungen auf, die die vielfach kostenpflichtigen Angebote von Hochschulen, Ministerien und ihnen nachgeordneten Einrichtungen überstrahlen. Wenigstens zwei Dutzend Schulbuchverlage, Stiftungen und Verbände halten Weiterbildungsmöglichkeiten vor.

    Am Beispiel der führenden Nachhilfeinstitute wird aufgezeigt, welche vielfältigen Angebote auf diesem «Bildungsmarkt» für inzwischen jedes vierte schulpflichtige Kind vorgehalten werden. Der Autor der Studie, Prof. Dr. Tim Engartner, führt aus, dass der Aufstieg dieser außerschulischen Lernorte sowohl in dem Versagen des staatlichen Schulsystems begründet liegt, als auch mit den ausgesprochen vielfältigen Angebotsstrukturen der Institute zu erklären ist. Anhand ausgewählter bildungspolitischer Diskurse zeigt die Studie, dass die Debatte um «Schulzeitverkürzung » nach den Vorgaben des achtjährigen Gymnasiums (G8), die Expansion ökonomischer Bildung in den Stundentafeln und die curriculare Aufwertung der auf Arbeitsmarktrelevanz zielenden Berufsorientierung als Ausdruck der Ökonomisierungstendenzen im Schulsystem zu deuten sind. Zwar kann die Frage, wie es ausgerechnet im Land der Dichter*innen und Denker*innen zu einer derart radikalen Abkehr von Allgemeinbildungsansprüchen kommen konnte, nach wie vor nicht erschöpfend beantwortet werden. U. a. zeigt die vorliegende Untersuchung anhand von 59 geforderten und teilweise neu eingeführten Unterrichtsfächern, dass Schul-, Bildungs- und Kultusministerien inzwischen die Verwertbarkeit von Bildung immer häufiger zum Maßstab schulischer Lehr- und Lernprozesse erklären.

    Die Studie beleuchtet insofern nicht nur Gesetzmäßigkeiten und Glaubensbekenntnisse, die der Ökonomisierung schulischer Bildung hierzulande den Weg geebnet haben, sondern analysiert zugleich deren Ursachen, wie zum Beispiel die chronische Unterfinanzierung des Schulsystems, die ihren Niederschlag in baufälligen Schulgebäuden ebenso findet wie in dem grassierenden Mangel an (professionell ausgebildeten) Lehrkräften. Die Kritik am Zeitgeist, der Bildung mit individuellen Preisen statt mit gesellschaftlichen Werten belegt, wird mit Positivbeispielen (z. B. von ausgewählten Schulen) konstruktiv gewendet und schließlich in acht schulpolitischen Forderungen überführt.

     

     

    Autor der Studie ist Prof. Dr. Tim Engartner, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt und Direktor der dortigen Akademie für Lehrerbildung.

     

  • Studierende als LernbegleiterInnen – weitere Initiativen

    Corona School  –

    unter diesem eindeutigen Titel hat sich eine studentische Initiative gegründet, die mittlerweile als Verein firmiert. Sie will Studierende (aller Fächer) zusammenbringen mit SchülerInnen, die angesichts der Schulschließungen und -Ausdünnungen, angesichts des „Home-Schooling“ personale Unterstützung suchen. Sie soll vor allem auch übers Internet stattfinden. Mittlerweile haben mehr als 10 000 SchülerInnen und gut 8000 Studierende dieses Angebot nachgefragt. Die Studierenden arbeiten ehrenamtlich, aber sie wollen/sollen ihr Engagement als Praxisanteil in ihrem jeweiligen Studium anerkannt bekommen. Darum bemüht sich der Verein gegenwärtig in den Ministerien und Hochschulen.

    Jutta Allmendinger,

    die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, sprach im ARD-Extra zur Corona-Lage am Montag, 11. Mai über die besondere Belastung vor allem für die Mütter durch Home-Schooling – neben dem Home-Office und der ganz „normalen“ Care-Arbeit. Die Öffnung der Schulen jetzt für einen oder zwei Tage in der Woche bringe keine Entlastung. Sie verwies auf die Studierenden, die auch bei ihr schon häufig angeboten haben, als LernbegleiterInnen tätig zu werden, zumal ihnen ihre Jobs etwa in der Gastronomie weggebrochen sind. Hier zu sehen, etwa ab 14’30“

    School-Buddy-Portal zur Vermittlung von Lehrkräften und Lehramtsstudierenden

    Was immer School-Buddys sein mögen: An der Uni Köln gibt es unter der Rubrik „Inklusion“ ein Portal, das Lehramtsstudierende mit Lehrkräften zusammenbringt, die jetzt nach Unterstützung suchen für die Betreuung vor allem ihrer benachteiligten SchülerInnen. Das wird von Mitarbeitenden aus der Lehrerbildung betreut.

  • Chancenausgleich in der Corona-Krise: Die soziale Bildungsschere wieder schließen

    Isabell van Ackeren, Manuela Endberg & Oliver Locker-Grütjen
    Chancenausgleich in der Corona-Krise:
    Die soziale Bildungsschere wieder schließen

    Die Autorinnen plädieren in der DDS  dafür, Lehramtsstudierende in der persönlichen Betreuung besonders benachteiligte SchülerInnen einzusetzen:

    “ Warum nicht endlich das nachvollziehen, was alle Studien belegen und bereits viele Bildungsakteure derzeit fordern, nämlich besonders benachteiligten Schüler*innen – natürlich unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes – eine intensive Betreuung zu geben und damit eine Chance? Dabei können auch Lehramtsstudierende unterstützen, am besten begleitet durch die Hochschulen, mit Verträgen oder auch Anrechnungen von Praxisphasen. Die Corona-Krise bietet hier Möglichkeiten für unkonventionelles Handeln und eine Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit in einer (nicht nur) digitalen Welt, in der Zugang zu Bildung vor Ort und über digitale Infrastruktur (etwa durch Ausleihmöglichkeiten für Laptops und Tablets) systematisch hergestellt wird.“

    In unserem Gesprächskreis ist das umstritten: Das sei eine Diskriminierung der als benachteiligt stigmatisierten Kinder und Jugendlichen. Ich kann mich diesem Argument nicht anschließen. Eine Lehrerin muss „diskriminieren“, muss unterscheiden können, wer von ihren Schülerinnen was braucht, muss Ungleiches auch ungleich behandeln können.

  • Unser Vorschlag: Lehramtsstudierende als LernbegleiterInnen

    Unser Vorschlag:

    Lehramtsstudierende als LernbegleiterInnen einstellen!

    Die Kultusminister haben beschlossen, die Schulen allmählich wieder zu öffnen. Doch eine Rückkehr zum Normalbetrieb ist auch für das nächste Schuljahr nicht in Sicht. Bei Wahrung der Abstandsregeln passen nicht mehr so viele SchülerInnen in eine Klasse. Ältere Lehrkräfte sollen als Risikogruppe nicht in die Schulen kommen. Das Hygieneregime macht es notwendig, kleine Gruppen zu bilden, im Schichtbetrieb zu arbeiten und die Stundentafel auszudünnen. Eine Beschränkung auf die „Kernfächer“ – Deutsch, Mathe, Englisch, Verzicht auf sozialwissenschaftliche, musisch-ästhetische und naturwissenschaftliche Themen, kann keine befriedigende Lösung sein. Es wäre pädagogisch unverantwortlich, sich auf Prüfungsvorbereitungen zurückzuziehen. Und genau das ist unter dem Druck der Verhältnisse zu befürchten.

    Homeschooling kann die dadurch entstehenden Lücken nicht schließen. Einerseits wurden an vielen Schulen überraschend schnell unterschiedliche Modelle entwickelt, andererseits werden die Grenzen des computergestützten Lernens und Arbeitens deutlich: Wie sollen Erst- und Zweitklässler, damit Lesen und Schreiben lernen? Wie kommen SchülerInnen damit zurecht, die von ihren Eltern wenig Unterstützung bekommen können, bei denen es zuhause an Endgeräten fehlt, ebenso wie an einem Internetzugang und einer zuträglichen Lernumgebung? Die persönliche, unmittelbare Begegnung mit Lehrpersonen ist ebenso unersetzlich wie der Kontakt der SchülerInnen untereinander.

    Schichtbetrieb, die Anleitung und Rückmeldung der Arbeiten im Homeschooling, die Entwicklung von Arbeitsaufträgen – all das wird von den Lehrkräften nicht bewältigt werden können. Hinzu kommen neue Herausforderungen: Intensiverer Kontakt mit den Eltern, die Erprobung neuer Sozialformen, etwa die Arbeit in kleinen Gruppen. Die sozialpädagogischen Fachkräfte, sofern es überhaupt welche an den Schulen gib, sind gerade jetzt besonders gefordert, ihnen könnte man diese zusätzlichen Aufgaben nicht auch noch übertragen. Die Schulverwaltungen sollten deshalb zurückgreifen auf Lehramtsstudierende. Sie bringen schon erste Voraussetzungen für und das Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit, und sie können sich dabei weitere Qualifikationen aneignen.

    Sie können unter Anleitung durch die Schulen die Lehrerinnen beim Kontakt zu Kindern und Eltern unterstützen, bei ihnen zuhause die notwendige Unterstützung geben, sie können einzelne SchülerInnen beim Lernen begleiten und sie können SchülerInnen in kleinen Gruppen zusammenbringen, sei es in der Schule im Freien oder an anderen Orten, um den Hygieneregeln zu entsprechen.

    Die Studierenden sollten diese Arbeit als Praktikum anerkannt bekommen und dafür angemessen bezahlt werden, denn vielen von ihnen sind in der Corona-Krise die Einkommensquellen weggebrochen.

    Unter den Krisenbedingungen haben Kliniken auf die Hilfe von MedizinstudentInnen zurückgegriffen, warum sollten Schulen nicht das Gleiche auf ihrem Gebiet tun?

    An einigen Hochschulen gibt es bereits schon aus Vor-Corona-Zeiten entsprechende Initiativen, bei denen Studierende im unmittelbaren Kontakt mit Schülerinnen denen helfen. An ihren Erfahrungen kann man anknüpfen.

    Die Schulverwaltungen sollten Schulen und Hochschulen diese Möglichkeit eröffnen. Die Zentren für Lehrerbildung könnten Studierende und Schulen zusammenbringen.

    Damit können wir die aktuelle Krise auch nutzen, um neue, innovative Formen von Schule und Unterricht zu erproben.

    Zustimmung und Bedenken

    Dieser Vorschlag stößt zunächst einmal auf viel Zustimmung, scheint unmittelbar einzuleuchten. Aber es gibt auch Einwände: Sind Studierende ausreichend befähigt? Werden sie den Anforderungen der Lehrpläne gerecht?

    Die Antwort: Nein, sollen sie auch gar nicht. Sie sollen unter Anleitung der Schulen den unmittelbaren Kontakt zu den SchülerInnen udn ihren Familie erstellen, inen helfen bei der Bearbeitung der Aufgaben, beim Zurechtkommen mit digitalen Medien, und eventuell SchülerInnen in kleinen Gruppen zusammenbringen, mit ihnen interessante Projekte außerhalb der Schulräume angehen.

    • Ja, wie sieht es dann mit dem Versicherungsschutz aus?
    • Wird das als Praktikum anerkannt?
    • Wer soll das bezahlen?
      Offenbar kann die Bundesregierung sehr schnell 500 Mio locker machen, um SchülerInnen  mit digitalen Endgeräten auszustatten – selbt auf die Gefahr hin, dass sie nicht wissen, wie sie damit umgehen können. Ein Bruchteil dieser Summe würde helfen, um Studierende zu bezahlen, die als Kontaktpersonen sicher ebenso wichtig wären wie digitale Endgeräte.

    Wer macht sich an die Umsetzung?

    Ja, viele Fragen in der Umsetzung. Im brandenburgischen Schulministerium arbeitet man an der praktischen Umsetzung, zusammen mit der Universität Potsdam und den Schulämtern.

    Zugegeben: Es ist relativ einfach, eine solche Forderung zu entwickeln, in der Umsetzung wird es Probleme geben. Wir hoffen auf PraktikerInnen, die den Mut aufbringen, das in die Hand zu nehmen.

     

  • Ideenpool: Schulen in herausfordernder Lage

    Auf der Seite der Petition „Güterabwägung in der Krise“ wurde ein Ideenpool eingerichtet, in dem Vorschläge gepostet werden für den kreativen Umgang mit den Schulschließungen und nunmehr partiellen Schul-Öffnungen, wie wir dabei neue Sozialformen des Lernens erproben können, wie wir der weiteren Öffnung der sozialen Schere entgegen wirken können. Wir haben dort auch unseren Vorschlag gepostet, Lehramtsstudierende als Lernbegleiterinnen einzusetzen.

     

  • Güterabwägung in der Krise

    Chancen eröffnen für neue Bildungsmöglichkeiten statt zurück zur alten Schule – Einreichungstext für die Petition an den Deutschen Bundestag

    Diese Petition/Unterschriftensammlung geht in die gleiche Richtung wie die von uns vorgeschlagene Initiative – Lehramtsstudierende als Lernbegleiterinnen. Überlegt Euch, ob Ihr sie unterstützen wollt/könnt

     

  • Grundschulverband: Lerngruppen bilden, zum Lernen einladen, regelmäßige Schulzeit sichern

    In seiner Pressemitteilung zur Vereinbarung der KultusministerInnen, die Schulen schrittweise wieder zu öffnen, fordert der Grundschulverband, kleine Lerngruppen zu bilden, in denen „individualisiert und jahrgangsübergreifend“ Kinder zum Lernen in der Schule eingeladen werden. Die SchülerInnen brauchen einen kontinuierlichen Kontakt zur Schule, und es müsse eine einseitige Priorisierung auf Deutsch und Mathematik vermieden werden.

    20200429_PM_Corona_Schulschließungen-Wiedereinstieg

    Das korrespondiert zu der Forderung unseres Gesprächskreises, Lehramtsstudierende als LernbegleiterInnen einzusetzen, ähnlich, wie jetzt schon Medizinstudierende in den Kliniken eingesetzt werden. Gerade Grundschulkinder brauchen persönliche Ansprache, die kann nicht durch Home-Schooling ersetzt werden. Etliche Lehrkräfte fallen dafür aus, weil sie vom Alter zur Risikogruppe gehören. Eltern, vor allem mit mehreren Kindern, sehen sich überfordert.

    Jetzt werden 500 Mio locker gemacht, damit auch Kinder aus ärmeren Familien sich Endgeräte anschaffen können. Mit 150 Euro pro Kind. Dafür bekommt man selbst bei Aldi keinen Laptop. Mal abgesehen davon, dass viele Kinder zuhause gar keinen Internetanschluss haben, und wenn, dann niemanden, der ihnen hilft, mit so etwas umzugehen. Mit einem Bruchteil dieses Geldes könnte man Lehramtsstudierende als LernhelferInnen bezahlen. Ein Win-win-Situation: Sie können die finanzielle Lücke schließen, dir durch den Corona-bedingten Wegfall von Jobs gerissen wurde, sie sammeln praktische Erfahrungen, LehrerInnen, Eltern und Kinder würden entlastet.

    Die Vorsitzende des Grundschulverbandes, Maresi Lassek, unterstützt diesen Vorschlag.

  • Birke Bull-Bischoff: Prüfungen sind jetzt wirklich nicht das Wichtigste

    Deutscher Bundestag - Birke Bull-Bischoff

    „Es wäre wünschenswert, dass nicht jedes Bundesland seine eigenen Bestimmungen im Nachgang von gemeinsamen Vereinbarungen festlegt. Das führt nur zu Verwirrungen und Unsicherheit bei allen Beteiligten. Einheitliche Regelungen sind notwendig – der Föderalismus zeigt sich hier derzeit nicht von seiner guten Seite. Bei allen Bestrebungen zur Öffnung muss der Gesundheitsschutz oberste Priorität haben. Keine Schülerin, kein Schüler und keine Lehrkraft dürfen gefährdet werden. Neben dem absoluten Gebot des Gesundheitsschutzes müssen dringend die Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder in schwierigen und belasteten Situationen wieder in Gang gesetzt werden. Prüfungen sind derzeit wirklich nicht das Wichtigste.“

     

    Zitat von Birke Bull-Bischoff, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur Beratung der Kultusminister der Länder über ein gemeinsames Konzept zur Wiederöffnung der Schulen.